Reisen

Kroatiens Insel Korčula – eine Reise wert

Vergangenes Jahr im Sommer strandete ich zum ersten Mal auf der Insel Korčula, einer der vielen und vielleicht auch schönsten Perlen der adriatischen See. Sie bezaubert! Ich muss zugeben die Fahrt von Hamburg nach Korčula ist kein Katzensprung und total umständlich, da es keine direkte Fährverbindung vom kroatischen Festland auf die Insel im Süden Kroatiens gibt. Man hoppt vom Festland mit der Autofähre auf die Halbinsel „Peljesac“. Angekommen in Peljesac fährt man mit dem Auto etwa 30 Minuten bis ans andere Ende der Halbinsel Richtung Orebic, um von dort dann wieder mit der Fähre auf die Insel Korčula zu kommen. Diese Überfahrt dauert allerdings nur etwa 15 Minuten. Wenn man das Inselhopping aber hinter sich hat, beginnt ein traumhafter Urlaub fernab des Massentourismus.

Wo fange ich an zu schwärmen und wo höre ich auf?

Beginnen wir doch mit den Menschen, den Insulanern, die so schnell nicht von der Insel kommen und dies auch nur im Notfall tun. Das behaupte ich jetzt einfach mal so und untermauere das durch die vielen Gespräche, die ich mit den Insulanern geführt habe. Außerdem spreche ich fließend Kroatisch und habe 15 Tage auf der Insel verbracht. Das schönste war für mich, dass Einheimische und Touristen schnell in Kontakt treten. Es gibt keine überdimensionierten Hotelanlagen, die auf Massen-Tourismus ausgelegt sind. Wenn Du z. B. im Badeörtchen Lumbarda in der Pizzeria Turkol essen gehst, dann triffst Du dort auch bestimmt Deine Gastfamilie oder das Personal aus dem Hotel. Man kommt schnell ins Gespräch, weil die Einheimischen sehr offen, gastfreundlich und herzlich sind. Sie leben ja schließlich auch vom Tourismus, aber dennoch ist es nicht künstlich oder aufgesetzt.

Korcula

Das absolute muss auf der Insel ist die Altstadt von Korčula. Die befestigte Altstadt ist gebaut wie die Gräten eines Fisches. Die große Mittel-„Gräte“ (Straße) führt vom Stadteingang hoch auf den Gipfel der Altstadt. Bei einem Spaziergang um die Altstadt herum, sieht man dann, dass etwa alle 20 Meter eine gerade enge Gasse zu dieser Haupt-„Gräte“ führt. Die alte Stadt Korčula ist, zumindest glauben das ihre Bewohner, die Stadt, in der der Händler und Entdecker Marco Polo geboren wurde. Überall in der Altstadt trifft man auf seinen Namen und im Zentrum der Stadt, direkt neben der Kirche, steht das Haus, in dem Marco Polo (wahrscheinlich) geboren wurde. Heute beherbergt es ein sehr kleines Museum, in dem es eigentlich nicht viel zu sehen gibt. Trotzdem empfehle ich dort einen Besuch, da man von der obersten Etage einen wunderbaren Panorama-Blick über die Altstadt hat.

Wenn Du ein Liebhaber von Panorama-Bildern bist, kann ich auch einen Besuch am Turm beim Haupteingang der Stadtmauer empfehlen (gleich neben dem Gemüsemarkt). Für einen schönen Spaziergang durch die „Gräten“, sprich Gassen, der Altstadt brauchst Du ungefähr einen halben Tag Zeit. Wenn Du allerdings alle Gassen dort erkunden möchtest, dauert es auch entsprechend länger. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, die Stadt ist wirklich einladend. Du solltest Dir auch nicht ein Mittag- oder Abendessen in einem der zahlreichen Restaurants in der Altstadt entgehen lassen. Die meisten von ihnen bieten kroatische Küche und frischen Fisch an. Wenn Du hier erst einmal gemütlich sitzt, hast Du wirklich keine Lust mehr, abzureisen.

Die Anreise auf die Insel:

Da Korčula eine Insel ist, bietet sich natürlich eine Fahrt mit der Fähre an.

Autofähre Jadrolinija

Wenn Du Dein Auto mitbringst, hast Du folgende Möglichkeiten:
Orebić – Dominče (Korčula)
Split – Vela Luka (Korčula) – Ubli (Lastovo)

Wenn Du ohne Auto nach Korčula kommst, kannst  Du 3 schnelle Katamarane benutzen:
Split – Hvar-Vela Luka (Korčula) – Ubli (Lastovo)
Split – Hvar – Prigradica – Kročula
Dubrovnik – Šipanska Luka – Sobra (Mljet) – Polače (Mljet) – Korčula – Ubli (Lastovo)

 

Parken in der Stadt Korčula:

Wie die meisten alten Städte in Kroatien, wurde Korčula zu einer Zeit erbaut, in der man sich noch nicht vorstellen konnte, dass die Menschen einmal Auto fahren würden und jeder einen Parkplatz braucht. So ist auch die Anzahl von Parkplätzen beschränkt, es gibt ein paar nahe der Altstadt entlang des Ufers und einen großen Parkplatz kurz vor Erreichen der Altstadt. Die Gebühren betragen 10 Kuna / Stunde. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit in dem kleinen Einkaufzentrum direkt am Stadteingang für n‘ Appel und n‘ Ei zu parken.

Mobilität vor Ort auf der Insel:
Öffentliche Busse von fahren von Lumbarda zur Altstadt Korčula fast jede Stunde ab 7 Uhr morgens bis 19 Uhr abends. Zwischen Korčula und Blato / Vela Luka verkehren sie vier bis sechs Mal täglich.

Taxifahrten sind relativ teuer, plane also besser nicht so viele Fahrten damit ein.
Neben dem Yachthafen in Korčula befindet sich die Agentur Sirius, bei der Sie Autos, Roller und Fahrräder mieten können.

Kulinarisches:

Weinflasche „Grk“

Empfehlen kann man generell alle Restaurants, jedoch sind die Preise in der Altstadt Korcula relativ hoch. Daher empfehle ich Ihnen, im Badeort Lumbarda essen zu gehen. Wie schon erwähnt, ist die Pizzeria Turkol mit Blick aufs Meer sehr zu empfehlen. Vor allem der hausgemachte Antipasti-Teller mit den eingelegten Algen ist sehr schmackhaft. Weiterhin empfehle ich Ihnen, den von der Insel stammenden Wein namens Grk. Dieser Wein wird sortenrein aus Trauben der gleichnamigen Rebe gekeltert. Übersetzt auf Deutsch heißt er „Grieche“. Man vermutet, dass der Name auf die Griechen verweist, die im 4. Jh. v. Chr. von Korfu ausgehend auf Korčula eine kleine Kolonie gründeten. Der Wein „Grk“ trägt als einer der wenigen süddalmatinischen Weißweine das höchste kroatische Weinprädikat Vrhunsko vino (= Spitzenwein). Gelungene, sorgfältig vinifizierte Weine finden auch international Anerkennung.

 

Die schönsten Strände auf der Insel

Lumbarda hat wahrscheinlich die schönsten und feinsten Sandstrände in Dalmatien. Drei davon sind besonders beliebt, da sie von herrlicher Natur und kristallklarem Meer umgeben sind. Dazu gehören die Strände Vela Przina, Bilin Zal und Tatinja.

Vela Przina ist eine abgelegene und etwas größere Bucht mit goldgelbem Sandstrand. Hinter dem dem Sandstrand fängt gleich der Wald an. Hier hat man definitiv seine Ruhe, um sich zu entspannen.

Der Strand Bilin Zal ist besonders beliebt bei den Einheimischen, weil der Sand besonders fein ist und das Wasser sich türkis-blau färbt. Am Strand gibt es ein kleines Restaurant in einem traditionellen dalmatinischen Steinhaus, wo man etwas trinken und essen kann.

Tatinja ist eine kleine Bucht mit Sandstrand, welche nur 350m vom Zentrum Lumbardas entfernt ist. Es gibt viele Kaffee- und Snack-Bars sowie Pizzerien und Restaurants. Ein idealer Ort für diejenigen, die am Strand alles in der Nähe haben wollen.

Der Blick aus diesem Café im Zentrum von Lumbarda sagt doch mehr als Worte oder?

Blick aus dem Café

Na? Auf den Geschmack gekommen? Ab nach Kroatien…