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Buchrezession; Die Hochzeit der Chani Kaufmann

Die Hochzeit der Chani Kaufmann

Ich habe dieses Buch bei Heymann entdeckt, es war mir von einer Verkäuferin der Filiale am Erik-Blumenfeld Platz empfohlen worden. Da ich grundsätzlich gerne Romane mit Familienhintergründen lese, hat mich das Buch angesprochen und ich habe es mitgenommen.

Eine der Protagonistinnen des von Eve Harris geschriebenen Romans ist die 19-jährige orthodoxe Jüdin Chani Kaufmann. Sie ist eine junge, hübsche und intelligente Frau, die aufgrund ihres starken Willens nicht die besten Voraussetzungen auf den jüdischen Heiratsmarkt hat. Sie entspricht nicht den strengen Vorstellungen der Gemeindeangehörigen. Eine weitere Protagonistin ist die Rebecca Zilberman, die Ehefrau eines Rabbiners. Sie ist eine Amerikanerin, die in Jerusalem studiert hat und zum orthodox-jüdischen Glauben übergetreten ist, nachdem sie Erfahrungen mit dem jüdischen Glauben in Israel gemacht hat.

Die einzelnen Kapiteln erzählen aus dem Blickwinkel verschiedener Personen beider Geschlechter und unterschiedlicher Generationen ihre Sichtweisen auf den jüdischen Alltag, auf die Religion und die Wertvorstellungen. Man bekommt einen Einblick in das Leben streng orthodoxer Juden in Europa, die Protagonisten führen einen in diese recht verschlossene Welt ein, jedoch bleibt es natürlich nur ein Blick von außen.

Der Debütroman von Eve Harris bietet immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit und durch die mehreren Handlungsstrenge wird eine Spannung aufgebaut, die sich erst im Laufe des Lesens des Romans einem nach und nach erschließt.

Mit viel Humor und Tiefgang erzählt die Schriftstellerin die Lebenswege und Liebesgeschichten der zwei Hauptprotagonistinnen. Sie scheint sich in dieser Welt gut auszukennen und erzählt diese Geschichten mit sehr viel Einfühlungsvermögen.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, es hat mir einen Einblick in eine Welt gegeben die mir so noch nicht bekannt war, auch wenn ich mich schon mit dem Judentum befasst habe und auch einen Eindruck während meiner Rundreise durch Israel gewinnen konnte. Dieses Buch zeigt aber einen anderen und weiteren Aspekt des Judentums mit viel Humor, Empathie und Informationen. Für mich ist es ein sehr lesenswertes Buch, welches ich auf jeden Fall empfehlen kann. Man fängt an es zu lesen und möchte es am liebsten in einem Rutsch durchlesen ohne es wegzulegen und das lässt sich wahrlich nicht von jedem Buch sagen.