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Ilses weite Welt: Das Tor zur Innenwelt von Demenzkranken

Meine Oma: sie ist taff, mutig und sieht noch richtig gut aus für ihre 84 Jahre. Aber ihr fragt Euch jetzt, wieso ich das erzähle und wen das interessiert? Sie hat Demenz und das in einem relativ fortgeschrittenen Stadion. 1,5 Millionen Menschen sind allein in Deutschland von dieser Krankheit betroffen. Angehörige kann diese Krankheit wirklich zum Verzweifeln bringen. Und wenn ich ehrlich bin, war und bin ich es immer wieder.

In der Hoffnung etwas tun zu können für sie, ging ich in die Bücherhalle, um mich mit Büchern bzw. Informationen über diese Krankheit zu versorgen. Davor habe ich den einen oder anderen Bericht über diese Krankheit im TV gesehen, aber das reichte mir nicht. Auf der Suche nach Fachbüchern, fand ich eine Sonder-Ecke über Demenz in der Bücherhalle. Scheinbar sind viel mehr Menschen auf der Suche nach Hilfe und Antworten, als ich dachte.

Im Bücher-Regal der Demenzabteilung wurde ich dann fündig: Ein Film von Ilses weite Welt für Demenzkranke „Ein Tag im Tierpark“ und ein Buch von von Vincentz Network mit dem Titel „Menschen mit Demenz begleiten“ kamen in die engere Auswahl. Vor allem den Film kann ich sehr empfehlen. Zudem ist er auch etwas für demente Menschen, die so gut wie kein Deutsch sprechen – wie meine Großmutter. In dem Film geht es um zwei Mütter, die mit ihren kleinen Kindern in den Wildpark schwarze Berge gehen. Sie sprechen kaum und im Hintergrund läuft leise und langsam schöne klassische Musik.

Nachdem ich meine Oma aufs Sofa vor dem Fernseher platzierte und auf „Play“ drückte, glaubte ich meinen Augen kaum. Zum ersten Mal seit langem riss meine liebe Oma ihre Augen auf und folgte aufmerksam dem idyllischen Geschehen im quadratischen Kasten. Sie freute sich, wie ein kleines Kind, weil sie dem langsamen Tempo des Filmes endlich folgen konnte. Denn das normale Programm im Fernsehen hat sie oft aggressiv und wütend gemacht, weil die bewegten Bilder und Informationen viel zu schnell und wechselhaft waren und sie nebenbei auch alles wieder vergessen hat.

Der Film von Ilses Welt hingegen, hat das geeignete Tempo und eine einfache Handlung, die meine Oma aus ihrer Vergangenheit sehr gut kennt. Meine Oma ist nämlich stolze Mutter von fünf Kindern und Großmutter von 18 Enkelkindern und Uroma von acht Urenkeln. Kinder sind einfach ihr Thema.

„Ilses weite Welt“ gehört mittlerweile zu meinem Standard-Programm, wenn ich Zeit mit meiner Oma verbringe und sie kurz beschäftigen muss, um zu kochen oder etwas anderes im Haushalt zu erledigen. Für beide – den Kranken und den Angehörigen ist es eine kleine Pause, da Demenzkranke viel Aufmerksamkeit und Liebe benötigen. Mehr dazu findet ihr auf https://ilsesweitewelt.de/.

Mehr Infos zu dieser Krankheit bekommt Ihr auch beim Bundesgesundheitsministerium.